Es war das erste Auswärtsspiel und dann hieß es gleich Dresden! Als die Terminierung fest stand, wurde kurzer Hand alles Mögliche daran getan, um an diesem Tag Zeit zu haben. Schichten wurden getauscht, Freund, die nicht auf der Tour dabei waren, versetzt und Frau und Kindern beigebracht: Papi ist jetzt mal zum Fußball!
Zum Beginn gab es allerdings ein riesen großes Fragezeichen! KARTEN!
Durch die neuen Kartenvergaberegelungen war es schwierig an welche heranzukommen. Hierzu hieß es dann schon mal, Schatz du bleibst heute Nacht auf und versuchst welche zu bestellen. Gott sei Dank sind wir ein eingeschriebener Fanclub mit guten Beziehungen zur Heimat. So wurden für uns 6 Karten zurückgelegt für die Leute die keine AWDK besitzen.
In der Zwischenzeit hatte Martin die Verkehrsmittelfrage abgecheckt und kam zu dem Entschluss, das wir uns bei der aussterbenden Autovermietung Europcar ein Transporter mieten. Dies waren gute Neuigkeiten. So wurde der Einkaufszettel für die Tour geschrieben, der in vielen Fällen nur aus einer Zeile bestand: 1. Bier 2. siehe erstens …
Taschen gepackt und um 9Uhr in Cannstadt getroffen und in 2er Reihen und Gänsemarsch Richtung Europcarvermietung marschiert, wo Martin den Transporter holte.
Jetzt hieß es: Bitte stellen sie ihr Rückenlehne in eine aufrechte Position und öffnen sie die “Spritflaschen” und Fahren geben sie Gas.
Unterwegs wurde Lars und Christian aufgelesen und Richtung Dresden geflogen. Die zwischenzeitlichen herausgefahren Minuten wurde durch PPs unterbrochen. Die Abstände betrugen zum Schluss fast nur noch 50km.
In DD angekommen hieß es, kommt zur Rosensteinstraße und fahrt mit der S-Bahn! Wir haben kurzer Hand beschlossen, Erics Vorschlag zu torpedieren und gleich zum Hbf zu fahren, denn schließlich war es eine demokratische Abstimmung und Eric leider in der Unterzahl. So wurde 50m vor dem Hbf geparkt und uns in die “fähigen Hände” der Einsatzkräfte begeben, wo dann auch gleich der Shuttlebus kam. Beim einsteigen gab es noch eine kleine Diskussion wegen einem Schal, der vor Zugluft schützen sollte, aber diese Pause war schnell geklärt.
Am Stadion angekommen gab es den ersten Schock! Wo sind die Warteschlangen hin, die zuvor per Handy mitgeteilt worden waren. Man stellte sich auf intensive Ganzkörperuntersuchungen ein und wurde eines besseren belehrt. Alles war schon abgearbeitet. So konnten wir ohne Zeitverlust die Tore passieren und hatten noch Zeit für einen kleinen Snack.
Im Kessel hört man schon den Ostdeutschen Support. So hieß es für uns: Rein Da!
Man kwetschte sich durch die Massen und fand einen Quadratzentimeter, wo man sich hinstellen konnte. Das Spiel begann und in alter Manier zeigte man, wer wir sind und kurzer Hand wurde der Block mal eben in Rauch eingehüllt. Das Spiel lief weiter und man glaubte, das der Schiri das noch gar nicht mitbekommen hat. Der Nebel verzog und man versuchte, erst mal wieder Luft zu bekommen und was zu sehen, denn son Rauchtopf direkt vor dem Gesicht kann schon mal trotz Schalabdeckung zur Leichten Benommenheit führen. Aber egal: AFDFCH!
Die erste Halbzeit war nicht ganz klar, spielen unsere Jungs überhaupt mit? Wir hatten so viel Glück, das wir nicht in der Anfangsphase schon in Rückstand gerieten. So wurde aus dem Block richtig lautstark supportet, damit unsere Jungs merken, dass wir noch da sind. Aus den Dynamoreihen kam nur vereinzelt kurze Unterstützung. In der zweiten Halbzeit waren unsere Mannschaft auf Augenhöhe und konnte das Führungstor erzielen. Der Gästeblock stand Kopf und alle waren am Ausrasten. Nun hieß es, weiter anfeuern, um den Sieg mit nach Hause zu nehmen. Dies gelang auch bis kurz vor der 80. Minute, wo wir durch ein kleinen Fehler in der Außenverteidigung und im Anschluss mit Pech, den Ball selbst ins eigene Tor lenkten. Auf einmal waren die Dynamofans wieder wach, was für uns hieß, noch mal alles aus sich rausholen und durch Pelzers Aufforderung noch mal alles gegeben wurde. Leider reichte es nicht zum Sieg.
Die letzten Leute mit Stimme haben sich dann noch “nett” artikuliert mit den DD-Fans und so wurde dann nach Verabschiedung der Mannschaft geschlossen der Block verlassen und gemeinsam in alle wartenden Busse verteilt, wo man uns nach geschlossenen Türen bei der Hitze und Überfüllung noch eine Weile warten ließ. In Kolone wurde die Reise zum Hbf zurückgelegt und alle auf den Bahnsteig geführt. Die vermuteten Krawallen blieben aus.
Da wir vor dem Hbf parkten, durften wir, dank fast ziviler Kleidung und leichtem sächsischen Dialekt, die Absperrungen umgehen, um zum Auto zu gelangen. Am Auto angekommen und gerade am einsteigen, stand aus heiterem Himmel plötzlich ein Mann hinter uns und fragte, ob wir noch Spaß haben wollten? Innerhalb von Sekunden vermehrte sich der Mann und es bildete sich eine kleine Menschentraube aus fast 20 Leuten. Da wir quasi am abreisen und glücklicher weise der Mann mal höfflich war, durften wir von dannen ziehen.
Auf diesem Schreck hin wurde kurzer Hand der 9Sitzer zum 11Sitzer, denn die breite Person Eric wollte zur Rosensteinstraße gebracht werden. Dort angekommen, wurde die Einbahnstraße blockiert und ein kleines Päuschen und Schwätzchen abgehalten. Als plötzlich doch eine dort lang wollte, wurde ganz zügig Eric verabschiedet und losgefahren. Keine paar Minuten später hieß es, wir haben Hunger und es wurde beschlossen, bei BurgerKing anzuhalten. Unterwegs wurde sich noch verabredet, doch an zich stellen wurde vorbeigefahren, da es kein BK gab. Plötzlich blinkte die Tankanzeige auf, was keiner Bemerkt hatte. So hieß es Tanken an der Raststätte mit BK. BK kam nicht und der Fahrer entschied, die Tanke an der Autobahn ist zu teuer. Also wurde in Plauen abgefahren und nach einer kleinen Umgebungsfahrt eine Tanke aufgesucht.
Jetzt war die Frage: Halten wir beim nächsten BK? Die Antwort: NEIN! Also wo gibs was zu essen?
Die Bockwürste in der Tanke sahen schon etwas älter aus, also wurde durch einen Zufall am gegenüberliegenden Kebab was gegessen. Nach der Pause hieß es Fahrerwechsel und die letzten Kilometer wurden angetreten. Damit alle nach Hause kommen, wurde hart an der Punktegrenze gefahren und so konnten, dann fast alle ihre Heimreise mit den Zügen und Autos antreten.
Fazit: Ein geiler Trip für alle! Die Planung für den Nächsten wurde noch während der Rückreise angesprochen.
Bikeballer