SpVgg Unterhaching – FC. Hansa Rostock 3:0 (0:0) 2.800 Zuschauer // ca. 1000 Gästefans

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Am 19.02. hieß unser Gegner Unterhaching. Es war bereits das fünfte Pflichtspiel in dem kurzen Monat Februar, aber da die Mannschaft nach dem Aalen Spiel, direkt in Richtung Unterhaching fuhr um dort in einem Hotel zu gastieren und die Trainingsplätze Unterhachings während des zweitägigen Aufenthaltes unsicher zu machen, war man sich sicher, Bayern am Ende des Tages mit drei weiteren Punkten auf dem Konto zu verlassen. Am Vorabend wurde sogar noch mit einem verletzten Spieler Unterhachings, mit dem ich selber schon zusammen auf dem Rasen stand gechattet und auch dieser war sich sicher das Hansa nach dem sensationellen 7:2 Hinspiel Ergebnis als strahlender Sieger aus dem Spiel hervorgehen wird.

Wie im Internet vereinbart, traf sich die Reisecru, an den vorgegebenen Orten, zu früher Stunde um gemeinsam zum Spiel zu Reisen. Da ich die schlechte Angewohnheit habe, Auswärtsspiele im süddeutschen Raum grundsätzlich deutlich zu unterschätzen, gelang es mir wieder als einziger, zwar rechtzeitig am Bahnhof zu sein, aber der im Internet herausgesuchte Zug, sollte an diesem morgen nicht an eben diesem Bahnhof halten. Glücklicherweise hatte ich einen 25minütigen Zeitpuffer, um irgendwie zum nächsten Haltebahnhof des Zuges zu gelangen. Nachdem die Taxifahrer für diese knapp zehn minütige Fahrt bis zu 25 € verlangten, entschloss ich mich wie in guten alten Tagen den Daumen heraus zu strecken und zu hoffen dass mich einer mitnimmt. Vielen Dank nochmal an den verrückten Holländer, der an diesem Morgen auf dem Weg zur Arbeit war und ein Herz für mich hatte. Rechtzeitig am nächsten Bahnhof, an dem der Zug auch tatsächlich halten sollte, angekommen, begrüßte man die bereits dort wartenden Mitglieder der Reisecru und die Fahrt konnte endlich losgehen!

Eine Butterbrezel und ein Alsterwasser morgens um acht, sind schon ein geniales Frühstück!
In Geislingen stiegen dann ebenfalls noch gut bekannte Mitglieder ein und die Reisegruppe war komplett. Beim fünfzehnminütigen Aufenthalt in Ulm, entdeckte man 3 Gleise gegenüber sogar noch einen kleinen Auswärtsmob der Stuttgarter Kickers, die am gleichen Tag in Memmingen gastierten. Ein kleiner Wechselgesang quer über dem Bahnhof war die Folge, schließlich kennt man sich gut!

Im völlig überfüllten Zug, versuchte man ein Abteil nur für sich zu gewinnen, da in der Zwischenzeit ja auch genügend Leute zugestiegen waren und man gerne unter sich ist. Die Methoden hierfür sind seit jeher die gleichen, lustige Spiele wie Bierdeckel durchs Abteil schießen, oder Toilettenknopf drücken, so dass die Tür kurz bevor sie schließt erneut wieder aufgeht und natürlich das Gespräche führen mit völlig überforderten lustlosen Gestalten die sich in unser Abteil verirrten, standen an oberster Stelle. Marco genoss die Zeit mit einer hübschen Zeugin Jehovas, und bildete seine Religionskenntnisse mit einem Bier früh morgens um 10 Uhr in ungeahnte Höhen. Kurz vor München, stieg man in die S-Bahn und anschließend lief man bis zum Stadion wo wieder einmal nette Graffitis den Weg zierten.


Die Presse hatte ebenfalls schon Wind davon bekommen, und widmete dem “unbekannten” Künstler wieder mal eine total überdrehte Schlagzeile in der Presse sowie im TV. Nix Neues…

Am Stadion angekommen organisierte man sich Karten und verbrachte die Zeit bis zum Anpfiff mit diversen Gesprächen, leider ging das Kartenverkaufsprinzip der Unterhachinger, die einen Gästeblock in drei Blöcke mit Zäunen getrennt aufteilten, auf. So kam es dass ein Teil unserer Gruppe in Block 1 Stand und ein anderer in Block 3. Der Stimmung tat dies jedoch nichts Negatives, der Support war das gesamte Spiel über sehr gut. Der Mannschaft merkte man jedoch die vielen Spiele und die Strapazen der letzten Tage deutlich an, ein Fehlpass hier, eine unbedachte Flanke dort, man merkte schnell die Mannschaft ist unkonzentriert und so kam es wie es kommen muss, ein trotz schlechter Leistung der Hanseaten völlig überraschendes Gegentor der noch schlechteren Unterhachinger nach einer Kette von Fehlern. Falsches Stellungsspiel und Ungenauigkeit in jeder Beziehung reichten nicht um gegen Konstant schwache Unterhachinger in Führung zu gehen. Munkelte man auf der Tribüne bis zum Gegentor schon, dass es wohl ein knapper 0:1 Sieg in der nach Spielzeit für uns werden könnte wurde nach dem Gegentreffer und der Leistung in der ersten Halbzeit allen klar, dass das ein ganz schweres Stück Arbeit sein wird heute zählbares mitzunehmen. In der zweiten Halbzeit war das Spiel von Hansa leider nicht besser weiterhin fehlpässe kaum Zweikampfgewinne und keine Dominanz. Nach einer flach hereingeschlagenen Flanke von rechts, stand ein Hachinger Spieler plötzlich völlig frei und die ca. 1200 heimischen Fans durften erneut jubeln. Mit dem drei zu null, nach einem weiteren Black-out unserer Abwehr, war dann endgültig alles entschieden und man ging mit dem Resultat aus der Partie, dass wenn man Scheiße spielt – man auch keine Punkte mit nachhause nimmt! Dieses Spiel macht jedoch Mut, denn die Mannschaft hat endlich wieder einmal Material und einige Videobeweise, um an sich selbst weiter zu arbeiten und zu feilen. Ich bin mir sicher sie werden sich innerhalb kürzester Zeit regenerieren, und die Fehler intern bearbeiten so dass es schnell wieder Auswärtssiege zu feiern gibt und die nötigen Punkte für den Aufstieg geholt werden!


Nachdem man mit der Mannschaft noch ein wenig gefeiert und abgeklatscht hatte, ging es mit ein wenig Polizeibegleitung zur S-Bahn-Station, an der eine bereits völlig überfüllte S-Bahn bis auf den letzten Hansafan wartete. Eigentlich eine tolle Logistik, da man innerhalb kürzester Zeit die Auswärtsfans aus Unterhaching rauskriegt aber leider nicht ganz Human… Die zwanzigminütige Fahrt bis zum Hauptbahnhof München sollte sich als sehr unkomfortabel gestalten. Manchmal sind zwei S-Bahnen im Zehnminutentakt besser, als eine S-Bahn die 15 min wartet bis alle drin sind…
Nach über 1 Stunde Aufenthalt in München, an dem man sich Bier und Bratwurst schmecken ließ und Proviant für die Rückfahrt einkaufte ging es dann auch zurück Richtung Baden-Württemberg. Einige schliefen andere nutzten genau dies aus. Nette Gespräche, Videos für die Ewigkeit und Reichlich Bier standen bei der Rückfahrt ganz oben auf der Liste. Und weil am Ulmer Bahnhof sogar noch ein bekanntes Kickersgesicht mit uns in die Bahn Einstieg, konnten wir sogar noch ein nettes Mobfoto machen.

Insgesamt eine wirklich schöne Tour mit allem was das Herz begehrt außer natürlich dem eigentlich erwarteten Sieg gegen einen schlechten Gegner! Freuen Wir uns nun auf das Rostocker Stadtderby in dem Vielleicht die zweite Reihe zum Zuge kommt und sich beweisen kann. Dies fördert den Kampf um die Stammplätze und sorgt für selbstvertrauen bei Spielern bei denen es noch nicht so rund läuft.

Charmin

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