Nach einer sehr kurzen Nacht, in der Fieber und Schweißausbrüche leider en masse vorhanden waren, hieß es um 5:00 Uhr früh aufstehen für den FCH! Um 7:02 Uhr sollte der Zug ab Stuttgart Hauptbahnhof abfahren, jedoch traf man sich bereits ein wenig früher um noch einige Getränke und snacks für die Fahrt käuflich zu erwerben. Nachdem Stefan wegen Krankheit spontan abgesagt hatte, ging es zu sechs in Richtung Koblenz. Natürlich nur mit einem WET.
Nachdem wir im Zug Platz genommen hatten, wurden auch schon die Fahrscheine kontrolliert,
dem bekannten Schaffner wurde jedoch erfolgreich vermittelt, dass die Person die das zweite WET besitzt schon bald in den Zug einsteigen würde. Und eine gute halbe Stunde später mussten wir auch schon das erste Mal umsteigen. Während ich dem Schaffner noch ein weiteres Mal zu winkte, viel mir auch endlich ein, warum dieser für mich kein Unbekannter war. Ein kurzes Gespräch – und die Sachlage war geklärt. Der gute Mann war Mitglied des Fanclubs Leuchtfeuer und somit ebenfalls Hansafan, man wünschte sich noch einen schönen Tag und wir versprachen die drei Punkte für ihn mitzubringen. Kurze Zeit später stieg dann auch schon Thomas mit in den Zug und er machte durch seine neue Jogginghose sofort auf sich aufmerksam. Blau-weiß rot – der Stoff aus dem die Träume sind! “Die Hose hat meine 92 jährige Oma für mich genäht, den Stoff habe ich aus einem Fachgeschäft, dann noch im Copyshop bedrucken lassen und fertig ist der geilste Jogger den es gibt” sagte der stolze besitzer der Hose. Mit dem Einstieg von Hendrik und Thomas war auch das WET Problem gelöst, und wir konnten unbesorgt weiter fahren und umsteigen ohne vor dem Schaffner in Erklärungs Not zu geraten.
Nach 6 h Fahrt kann man auch endlich in Koblenz an und begrüßte dort die weiteren bereits aus anderen Richtungen angereisten Bekannten Gesichter.
Hier und dort wurde noch eine Personalkontrolle der Polizei durchgeführt und dabei leider auch der ein oder andere Stadionverbotler erwischt, dem der Zugang zum Stadion später selbstverständlich verweigert wurde.

Mit dem Linienbus ging es dann zum Stadion bzw. zumindest in dessen Richtung. Der lange Fußmarsch den man in Koblenz nun mal bis zum Stadion hat blieb nicht erspart, aber das ein oder andere Graffiti welches man dadurch zu Gesicht bekam machte den Weg lohnenswert.
An der Stadionskasse wurde dann eine Eintrittskarte gekauft, mit dem Glauben, weil man ja schon öfters in diesem Stadion gewesen ist, genug Platz und eine freie Sicht aufs Spielfeld zu haben. Doch seit meinem letzten Besuch in diesem Stadion hat sich etwas verändert, der Gästeblock ist deutlich kleiner geworden und die Anzahl Mitreisender Gästefans war wie immer sehr hoch. Hansa auswärts eben! Der Block war voll die Sicht war schlecht das Wetter war nasskalt und weil ich in der letzten Nacht Fieber hatte fühlte ich mich einfach nur Hundsmiserabel. Nachdem ich auch hier noch den ein oder anderen begrüßt hatte und gemerkt habe das die Gruppe sich im Block ein wenig verlaufen hatte entschied ich mich zu einem Ordner zu gehen und mich darüber zu beschweren wie unübersichtlich und voll der Gästeblock ist, ich bat höflich um eine Umsetzung in einen anderen Block um die Sicht aufs Spielfeld für mich zu ermöglichen. Im Versprechen dass sich nicht 35 weitere Freunde mit in den Sitzplatzbereich nehme, wurde mir der Einlass gewährt. Leider wollte keiner sonnst zu mir hochkommen und so blieb ich erstmal alleine auf meinem Hartschalensitz. Von diesen Sektor aus hatte ich zwar freie Sicht aufs Spielfeld und ein Dach überm Kopf aber was ich sehen musste bereitete mir nicht wirklich viel Spaß, Hansa spielte schlecht, ließ zu viele Chancen zu und spielte zu wenig Chancen heraus.
Der Support war ganz vernünftig denn es waren auch viele mit gereist. Zur Halbzeit stand es 0:0 und während der Halbzeit entdeckte ich lang vermisste Gesichter. Spontan setzte ich mich dorthin zu um über alles was im Moment so bei Hansa passiert zu reden. Das Spiel in der zweiten Halbzeit war nicht viel besser, wieder ließen wir zu viele Chancen zu und spielten selbst zu wenig heraus, bis zur 65. Spielminute. ein Freistoß 15 m vor dem Strafraum wird in den Strafraum gezirkelt, Pannewitz steigt hoch und köpft den Ball gegen die Laufrichtung des Koblenzer Torwarts. Riesenjubel im Gästeblock denn das langersehnte 0:1 fiel soeben. Dieses Tor gab Hansa Sicherheit aber besser wurde das Spiel deshalb nicht, jedoch gab es in der 77. Spielminute einen Angriff der so clever ausgespielt wurde wie man es von einem Aufsteiger erwartet ein Pass, über die mit Linie geschlagen, sorgt für Koblenzer Ruhe da es eindeutig abseits wäre wenn der Rostocker Spieler den Pass annimmt, Schied jedoch denkt gar nicht daran diesen Pass anzunehmen und lässt ihn einfach durch für den durchgestarteten Jaenicke, dieser nimmt den Ball mit und verschafft sich mit seinem hohen Tempo einen souveränen Vorsprung vor den viel zu spät mitgelaufenen Koblenzern. Diese dachten schließlich es wäre abseits, Jaenicke jedoch behält die Ruhe und hat die Möglichkeit auf Strafraumhöhe nach links abzugeben dort liefen gleich zwei Spieler mit. Jedoch entschied er sich für die egoistische Variante und versenkte den Ball vom Torwart aus gesehen unten rechts in der Ecke. Unhaltbar! Aber auch sehr knapp, der Pass nach links wäre die sicherere Variante gewesen um den Sack zu zumachen! Für mich persönlich war dieses Tor eines der schönsten in der gesamten Saison, da es Überlegenheit, Cleverness und Glück beinhaltete. Eben genau die drei Dinge die man braucht um in einem Sport erfolgreich zu sein. Wer solche Tore schießt steigt am Jahresende auf!
Die Rückfahrt verlief relativ ereignislos, man war kaputt von dem anstrengenden Tag, schließlich musste man früh aufstehen. Einige schafften es sogar noch vor lauter Müdigkeit in die falsche S-Bahn zusteigen, aber für alle mitgereisten ob gesund oder krank war es ein erfolgreiches Wochenende und die versprochenen drei Punkte haben wir ebenfalls mitgebracht!
Charmin